Projektwoche

Wie aus Abfall Kunstwerke entstehen

Nachhaltigkeit ist ein Schlagwort unserer Zeit. Doch nachhaltiges Verhalten will gelernt sein, am besten von klein auf. Passend zum Jahresmotto „Mer hebed Sorg“ setzten sich der Kindergarten und die 1. bis 3. Primarschulklassen in der Projektwoche Mitte März mit dem Thema Abfall und Recycling auseinander.

 

Wie kann Abfall lustvoll und kreativ wiederverwertet werden? Was geschieht mit dem Abfall, der nicht wieder verwendet werden kann? Er wird nach Materialien getrennt, zur Sammelstelle gebracht und dann recycliert. Nur, was nicht recycliert werden kann, wandert in den Abfallsack, wird mit dem grossen Müllwagen abgeholt und landet schliesslich in der Verbrennungsanlage.

Der Müllwagen fährt vor

Damit die Kinder lernen, achtsam mit unseren Ressourcen umzugehen, erhielten sie einen Einblick in diese Abläufe. Sie trennten verschiedene Abfälle und trugen die wieder verwertbaren Stoffe selber zur Recyclingstelle. Zum Abschluss der Woche fuhr Landwirt Willi Hauenstein mit dem Müllwagen vor und erklärte, was seine Arbeit beinhaltet und wie ein Müllwagen funktioniert. Dass das Abfalleinsammeln auch mit Emotionen verbunden ist, zeigte sich mit der Stofffigur und der Plastikente, die Willi Hausenstein vor einigen Jahren aus dem Abfall gefischt hatte und die seither mit dem Müllwagen mitfahren. Die Kinder hörten seinen Ausführungen aufmerksam zu. Sie werden in Zukunft das Thema Abfall mit guten Erlebnissen verbinden und dem Müllwagenfahrer bei seiner Arbeit vielleicht sogar zuwinken.

Bruno, der Sandkastenmann

Das Thema „Abfall“ wurde auch in einem Theater aufgenommen. Schauspieler Jörg Bohn führte die Kinder in die Welt von Bruno, der seit 25 Jahren auf den Sandkästen der Gemeinde für Ordnung sorgt. Bruno band die Kinder in ein Gespräch ein: Sie konnten mitfühlen, mitreden, mitdenken und mitmachen. Bruno blieb kein anonymer Stadtreiniger, sondern wurde ein Mensch mit Gefühlen, Wünschen und Träumen. Ein Mann, der seiner Umgebung, den ausgedienten Spielzeugen, Leben einhaucht. Ein wunderbares Theatererlebnis, nicht nur für die Kinder, sondern auch für die Erwachsenen.

Upcycling

Auch „Upcycling“ ist heute ein Trendwort. Immer mehr Bücher erscheinen zum Thema. Viele entwickeln Ideen, wie aus Abfall neue, schöne, brauchbare oder einfach witzige Gegenstände gebastelt werden können. So gestalteten die Kinder aus WC-Rollen bunte Fische und Blumen als Fensterschmuck, oder sie tüftelten eigene Bastelarbeiten aus. Sie kreiierten aus alten Zeitungen Kleider und luden zur Modeschau. Die 3. Klässler spielten die Geschichte „Greenman“ in englischer Sprache. Darin zeigt die überirdische Gestalt „Greenman“, eine Art Superman, den Bewohnern eines verschmutzen Planeten, wie sie die Natur schützen können, indem sie Abfall recyclieren. Später bemalten die Kinder einen Tontopf und säten Sonnenblumenkerne, als Symbol für einen Planeten, auf dem Blumen wachsen können.

 

Bilder und Text: Cornelia Thürlemann